Feste Arzneiformen


Nordmark verfügt über Herstellungstechnologie und Know-how für die gesamte
Palette der festen Arzneiformen:

   • Granulate
   • Tabletten
   • Filmtabletten
   • Dragees
   • Kapseln (Hartgelatine, in Verbindung mit Pelletfüllung)


Die Spezialdarreichungsformen von Nordmark sind:

   • Mikrotabletten
   • Brausetabletten


Hervorzuheben ist Nordmark's Know-how bei der Herstellung von
Vitamin/Mineralstoff-Präparaten in Form von Lutsch- und Brausetabletten.

 

Mikrotabletten


Die Spezialtechnologie der Mikrotablettierung (ø 2 mm) wurde von Nordmark
vor über 10 Jahren entwickelt und erstmals bei der Formulierung von
Pankreatin-Fertigarzneimitteln (Panzytrat®) erfolgreich eingesetzt.

Das 19-fach-Werkzeug aus Spezialstahl der Tablettiermaschine ermöglicht
die Produktion von ca. 2 Millionen Mikrotabletten pro Stunde, die anschließend
im Wirbelschichtcoater mit einem magensaftresistenten Filmüberzug versehen
werden. Die Anzahl der Mikrotabletten pro Kapsel bestimmt die Wirkstärke
pro Einzeldosis (z. B. 10.000 oder 25.000 Lipaseeinheiten nach Pharm. Eur.).



Maßgeblich für die Entwicklung einer solchen besonderen galenischen Form waren die Forderungen an ein zuverlässig wirkendes Pankreatin-Arzneimittel, in der Bereitstellung der Enzyme in Abhängigkeit von den Transport- und Verdauungsvorgängen im Gastrointestinaltrakt möglichst physiologische Verhältnisse zu simulieren. Die Mikrotabletten bilden bereits im Magenchymus nach Aufplatzen der Kapsel Verdauungsinseln, die portionsweise den Pylorus passieren, um dann im Duodenum die Enzyme freizusetzen.

Die Überlegungen, die der Pankreatin-Mikrotablettentechnologie zugrunde liegen, sind durchaus auch auf andere Indikationen/Wirkstoffe übertragbar. So verwenden wir diese Technik beispielsweise auch bei der Formulierung des Eisen-(II)-Sulfat-Präparates Ceferro®, denn das zweiwertige Eisen ist per se, gerade weil es wirksam ist, unter Umständen im Magen höchst unverträglich.

Auch in diesem Falle verhindert der magensaftresistente Film (enteric coating), dass das Eisen bereits im Magen freigesetzt wird und dort zu den bekannten Irritationen führt. Andererseits sorgt die Verteilung des Wirkstoffes auf Mikrotabletten für eine rasche Eisenfreisetzung jeweils sofort nach Erreichen des Zwölffingerdarmes. Eine herkömmliche Tablette würde bis zur vollständigen Freisetzung des Wirkstoffes einen langen Weg im Darmtrakt zurücklegen.

Vor diesem Hintergrund ist der Einsatz der Mikrotabletten, welche übrigens nicht nur pH-abhängig gecoatet werden können, sondern auch retardierte Formulierungen zulassen, grundsätzlich auch bei der Herstellung von Arzneimitteln mit weiteren Wirkstoffen vorstellbar, bei denen eine Kompartimentierung kleiner Wirkstoffeinheiteneinen Vorteil hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit erwarten lässt. Zu denken ist hier z. B. auch an Schmerzmittel.



Mikrotabletten bieten wegen ihres definierten und standardisierten Wirkstoffgehaltes (das unterscheidet sie von Pellets) zudem die Möglichkeit der sehr individuellen Dosierung, z. B. pro kg Körpergewicht bei Kindern.

Und nicht zuletzt ermöglichen Mikrotabletten eine Neuformulierung herkömmlicher Tabletten-/Dragéepräparate, womit unter Umständen eine auch wirtschaftlich lukrative, kommunikationsstrategisch geförderte Neupositionierung des Produktes zu deutlichen Wettbewerbsvorteilen sowie, je nach Status, einer Verbesserung der Patentsituation führen kann.


Mikrotabletten, magensaftresistent lackiert
Hierzu wurde von uns die Tablettiertechnologie technisch weiter entwickelt, so dass auch Mikrotabletten mit einem Durchmesser von 2 mm im industriellen Maßstab herstellbar sind. Mikrotabletten finden ihren Einsatz auch in modernen Multi-Unit-Arzneiformen. Der Vorteil von Mikrotabletten besteht in ihrer großen Exaktheit. Sie garantieren eine hohe Dosiergenauigkeit. Mikrotabletten erfüllen alle Anforderungen an einzeldosierte Arzneiformen wie Gleichförmigkeit von Masse und Gehalt. Sie können deshalb auch einzeln, als sogenannte "solid drops", angewendet werden.

Die Mikrotabletten-Kerne bestehen zu ca. 80 % aus Pankreatin und werden unter Hinzufügen von üblichen pharmazeutischen Standardhilfsstoffen über eine Direkttablettierung hergestellt. Das Produkt läßt sich problemlos bei Patienten mit Lactoseintoleranz anwenden. Wie bei den Pellets erfolgt die Lackierung lösungsmittelfrei mit einem Dispersionsfilmbildner auf Polymethacrylsäure/-ester-Basis.

Die Trocknung im Wirbelschichtverfahren bietet exzellente Trocknungseigen-schaften bei milden Temperaturbedingungen und stellt den geforderten Schutz der Enzyme optimal sicher. Die Höhe und der Durchmesser der Mikrofilmtabletten beträgt ca. 2 mm, die Masse ca. 7.7 mg. Der Überzug ist säurestabil entsprechend Ph.Eur. "Prüfung auf Zerfallszeit von Tabletten und Kapseln"(2.9.1.).

Zur Charakterisierung der Wirkstofffreisetzung wird das Leitenzym Lipase verwendet. Die Bestimmung erfolgt nach den Vorschriften der Ph.Eur. unter Verwendung der Blattrührermethode. Zunächst wird bei pH-Werten < 6 für 60 Minuten bei entsprechendem pH-Wert inkubiert, danach erfolgt ein Wechsel auf Puffer pH 6, bei dem die Enzyme schnell freigesetzt werden. So sind nach 30 Minuten mindestens 50 % der deklarierten Lipase-Aktivität freigesetzt.

Für die typischen Kapselfüllmengen ergibt sich:

Kapseln als Multi-Unit-Eindosissysteme
Pankreatinprodukte in Kapseln bieten dem Verbraucher wesentliche Vorteile. Die Kapsel löst sich schnell im Magen auf und gibt ihren Inhalt frei. Durch die Kapselfüllung mit vielen kleinen Pellets oder Mikrofilmtabletten werden die Wirkstoffe optimal im Mageninhalt verteilt. Die Lackierung der einzelnen Pellets oder Tabletten verhindert das Auflösen bereits im Magen und sorgt für die zuverlässige spätere Wirkstofffreisetzung im Darm.

Die Befüllung der Kapseln erfolgt präzise in einem kontrollierten Verfahren. Entsprechend der kundenspezifischen Zulassung werden unter pankreatin- spezifischen Klimabedingungen die Bulkprodukte Mikrotabletten oder Pellets in Kapseln gefüllt.

Das Design der füllungsrelevanten Formatteile ist eigens für die Füllung von Bulkprodukten dieser Partikelgrößenverteilung optimiert. Es erlaubt, die Kapseln exakt zu befüllen und gleichzeitig eine Beschädigung der lackierten Produkte beim Dosiervorgang weitgehend zu vermeiden. Als zusätzlicher Kontrollschritt für die Füllmasse wird eine 100 %-Wägung aller Kapseln durchgeführt.