Neues Medikament bei Hörsturz im Test

Der „Infarkt im Ohr“ ist weitverbreitet: Immer mehr Menschen, allen voran Personen zwischen vierzig und sechzig Jahren, erleiden einen Hörsturz. Das pharmazeutische Unternehmen Nordmark entwickelt nun ein neues Medikament zu seiner Behandlung. Dazu werden aktuell noch Teilnehmer für eine klinische Studie gesucht.

„Als wäre das Ohr mit Watte verstopft.“ So beschreiben die Betroffenen häufig die Hörminderung, die im Zuge eines Hörsturzes eintritt – plötzlich, von einem Moment auf den anderen und ohne ersichtlichen Auslöser. Was ist geschehen? Die Sinneszellen im Innenohr leiten die Schallsignale über den Hörnerv nicht mehr richtig an das Gehirn weiter. Die dadurch verursachte Hörminderung kann unterschiedlich stark ausfallen.

Bei einem Hörsturz sollte möglichst rasch gehandelt werden. Typische Anzeichen dafür, dass es sich tatsächlich um einen Hörsturz handelt, sind neben der Höreinschränkung auf einem Ohr doppeltes oder verfremdetes Hören von Tönen sowie Ohrgeräusche wie Tinnitus und mitunter Schwindelgefühle.

Wie es zu einem Hörsturz kommen kann, ist bislang noch nicht endgültig geklärt. Am wahrscheinlichsten sind nach bisherigem Kenntnisstand Durchblutungsstörungen in den Blutgefäßen des Innenohrs als Ursache. Deshalb spricht man auch oft vom „Infarkt im Ohr“. Gesichert ist weiterhin, dass Stress das Risiko für einen Hörsturz erhöhen kann.

Mögliche Hilfe durch ein Enzym

Vor dem Hintergrund, dass Durchblutungsstörungen im Ohr zu einem Hörsturz führen können, erweisen sich Wirkstoffe zur Verbesserung der Durchblutung als gute Kandidaten für die Behandlung. Einer davon ist das Enzym Ancrod. Dieses spaltet das zur Blutgerinnung nötige Bluteiweiß Fibrinogen und macht es damit unwirksam für die Gerinnung. Auf diese Weise verbessert Ancrod die Fließeigenschaften des Blutes – und kann so möglicherweise zur Behandlung eines Hörsturzes beitragen.

Das Unternehmen Nordmark Arzneimittel GmbH & Co. KG in Schleswig-Holstein entwickelt derzeit ein Medikament mit Ancrod, das beim „Ohrinfarkt“ zum Einsatz kommen soll.

Gewonnen wird das Enzym Ancrod aus dem Gift der Malaiischen Grubenotter. Nordmark verfügt über eine eigene Schlangenfarm zur Zucht und Haltung der Tiere. Das Rohgift der Grubenottern wird im Biozentrum des Unternehmens in einem ersten Herstellungsschritt getrocknet und gereinigt. Danach folgen mehrere Produktionsstufen, unter anderem mit Filtration und Chromatographie. Ergebnis dieses aufwändigen Prozesses ist dann hoch gereinigtes Ancrod, das zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet werden kann. 

Gesucht: Patienten mit Hörsturz

Um die Wirksamkeit von Ancrod bei einem Hörsturz klinisch zu überprüfen, wird eine bundesweite Studie durchgeführt. Für diese ist Nordmark noch auf der Suche nach Teilnehmern. Mitmachen können Patienten mit einem Hörsturz, der nicht länger als sieben Tage zurückliegt und der noch nicht behandelt wurde, auch nicht mit Kortison. Die Untersuchungen im Rahmen dieser Studie erfolgen durch erfahrene Hörsturz-Experten an mehreren HNO-Kliniken in Deutschland. Dennoch können neue arzneiliche Wirkstoffe noch unbekannte Risiken bergen – das sollte mit berücksichtigt werden. Über die Risiken wird vor der Studienteilnahme in einem persönlichen Gespräch aufgeklärt.

Für die Teilnahme an der Studie sind ein ambulanter Besuch zur Voruntersuchung und zwei ambulante Besuche zur Nachuntersuchung erforderlich. Dazwischen liegen vier weitere ambulante Behandlungstage. Die Fahrtkosten werden den Studienteilnehmern bis zu einer Höhe von insgesamt 150,00 € erstattet.

Wer Nordmark bei der Entwicklung des neuen Medikaments unterstützen und bei der Studie dabei sein möchte, wendet sich bitte an

Dr. med. Kristin Forßmann
Tel.: 04122 712 988

Kontakt und weitere Informationen
Nordmark Arzneimittel GmbH & Co. KG
Pinnauallee 4
25436 Uetersen

Mail: info@nordmark-pharma.de